Familienaufstellung

Für einige unserer Verhaltensmuster sind nicht nur unsere Kindheitserfahrungen verantwortlich,
sondern wir spielen auch eine Rolle in unserem Familiensystem. Wir stehen in Verbindung
zu unserer Herkunftsfamilie, unterliegen unbewusst dem Sippen- bzw. Familiengewissen.

Eine Familie ist wie ein Mobile. Nehmen wir auch nur einen einzigen aus dem System, so gerät
das ganze Mobile in Schieflage. Oft erinnern wir an ein früheres, bereits verstorbenes Familienmitglied,
dass möglicherweise verleugnet wird, weil dieses z.B. etwas getan hat, was der Einstellung
der Familien widersprach. Täter – Opfer – Rollen, Selbstmörder, früh Verstorbene, …
Das Familiengewissen will, dass ausnahmslos ALLE Familienangehörige geachtet werden und
niemand ausgeschlossen wird. Ist dies jedoch der Fall, so macht ein nachfolgendes
Familienmitglied auf die „verleumdete“ Person aufmerksam. Durch Verhaltensweisen, Krankheiten.

Achten heißt nicht, dass ich es gutheißen muss, was jemand getan hat, oder die Personen mögen
muss, sondern dass ich die Situation und die Person annehme/achte. Sie gehört dazu.
Es steht mir nicht zu, mich als Richter meiner Ahnen hinzustellen.

Vorwürfe binden! Wovor ich mich fürchte, ziehe ich an! Wogegen ich mich widersetze, das bleibt
bestehen! Was ich jedoch anschaue, das kann gehen. Es liegt an uns! Wir haben die Freiheit zu
wählen! Was ich mir anschaue, bewusst mache, das kann ich für mich verändern!

Die Familienaufstellung wurde von Bert Hellinger als gruppen-therapeutische Kurztherapie
entwickelt.

Die aufstellende Person teilt ihr Anliegen dem Therapeuten mit. Nun wählt sie aus den anwesenden
Personen jemanden aus, der für sie oder ein anderes Familienmitglied stehen soll. Oder auch für
eine Krankheit … Die Stellvertreter werden von ihr im Raum platziert, wodurch bereits das innere
Bild der Person sichtbar wird.
Die Stellvertreter verhalten sich durch das „wissende Feld“ nun so, dass Rückschlüsse auf die
Ursache das Anliegens gezogen werden können.
Verborgenes kommt ans Licht und kann somit angeschaut, angenommen und ins Herz genommen
werden. Ein „Vergessener“ kann wieder ins System integriert werden. Somit wird die Ordnung
wieder hergestellt und die Person muss nicht mehr an ihn erinnern. Sie kann ihren eigenen Weg
gehen, die Krankheit loslassen …

Durch Familienaufstellung können die Ursachen von Ängsten, Blockaden, wiederkehrenden
Verhaltensweisen gelöst werden - für den Einzelnen und für das ganze System!

Gleiches gilt für die Aufstellung von Organen, Tieren, Firmenstrukturen, Häusern usw. Durch diese
Arbeit kann ihnen allen eine „Stimme“ verliehen werden!

Die gute Lösung ist im Einklang mit der Seele!